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22.02.2021, 22:53

Brüssel möchte verschlüsselte Kommunikation aushebeln

Nach der Ankündigung von WhatsApp, künftig Userdaten mit dem Mutterkonzern Facebook auszutauschen, haben nicht wenige Nutzer diesen Dienst verlassen und sich nach Alternativen umgesehen.
Der hauptsächliche Beweggrund dürfte Besorgnis um die Privatsphäre und Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten sein. Viele sind zu freien oder auch kostenpflichtigen Diensten wie etwa Signal, Telegram, Threema, usw. abgewandert.
Der Ansturm auf Signal war zeitweise so enorm, daß deren Server unter den Neuanmeldungen mehrmals kapituliert haben und in Tag- und Nachtschichten aufgestockt wurden.

Es schien, als ob einer signifikanten Menge schlagartig klar geworden wäre, was ihnen jahrelang vergeblich nahezubringen versucht wurde. Nämlich daß ihre persönlichen Daten eine Geldmaschine für denjenigen sind dem sie diese anvertrauen. Die von WhatsApp eingeführte Ende-zu-Ende Verschlüsselung bietet in dieser Hinsicht nur eine trügerische Sicherheit. Denn selbst falls die Nachrichteninhalte für Unbeteiligte tatsächlich nicht lesbar wären, so sind dennoch die Metadaten (wer mit wem wie oft kommuniziert) vorhanden und auswertbar. Zusammen mit weiteren Daten aus anderen Diensten (z.B. Webtracker, aber eben auch Facebook) lassen sich weiterhin umfangreiche Profile zusammensetzen, die wiederum an interessierte Unternehmen verkauft werden können. Kurzum, es ist völlig uninteressant, welche Nachrichten man austauscht. Aussagekräftiger und viel leichter zu erfassen sind die eigenen Spuren im Netz und die Kommunikationspartner, sowie deren Spuren im Netz usw.

Wer nun meint, dieser Spirale zu entkommen, indem er zu alternativen Diensten wechselt, die diese Möglichkeiten nicht haben und auch diese Interessen nicht verfolgen, könnte sich demnächst unter den Augen völlig anderer Beobachter befinden.
Die obersten Köpfe der EU beraten seit einigen Monaten über Wege, staatlichen Institutionen Zugang zu verschlüsselten Daten der Bürger zu ermöglichen. Dazu sollen Diensteanbieter (das wären dann eben solche von Messenger-, Videoconferencing- und anderen Diensten) durch gesetzliche Vorgaben zur technischen Zusammenarbeit gezwungen werden. -> https://www.statewatch.org/news/2020/nov…nst-encryption/

Während von den geheimen Beratungen anfangs nur einzelne Details durchgesickert sind, liegen inzwischen auch Dokumente vor > https://www.statewatch.org/media/1510/eu…084-20-rev1.pdf

Die Frage wie so eine "technische Zusammenarbeit" aussehen soll, wenn den Bürgern zugleich eine starke Verschlüsselung als wichtiges Instrument zum Schutz ihrer Daten zugestanden wird und auf den Einbau von Hintertüren verzichtet werden soll, darüber sollen sich auf Wunsch Brüssels die technischen Experten später den Kopf zerbrechen. Den Politikern (allen voran übrigens den deutschen) ist jetzt einmal ein koordinierter Beschluss der EU wichtig. Der Rest wird sich schon ergeben, so oder so.
Big Brother lässt schön grüßen und diesmal geht es ihm nicht um Kommerz und Profit. Neben den Verbindungsdaten (die er ohnehin jetzt schon auf Wunsch bekommen kann) ist er auch an Inhalten interessiert. Begründet wird dieser Eingriff mit altgedienten Argumenten: Kriminalität, Terrorismus, Geldwäsche und Kinderpornografie verhindern und bekämpfen.

Während Politiker ohne viel Ahnung von der Materie also Leute mit mehr Ahnung per Gesetz verpflichten wollen ihre geheimen Überwachungswünsche zu realisieren, gibt es auf Seiten der später davon Betroffenen auch Leute mit Ahnung, die sich schon im Vorfeld gegen "StaSi 3.0" zur Wehr setzen, und zwar mit legitimen Mitteln aus der Brüsseler Küche selbst. Seit wenigen Tagen liegt beim Europäischen Parlament eine Petition auf, mit der dieses aufgefordert wird den Vorschlag der Kommission zur Aufweichung von Kryptografie abzulehnen. Der Text der Petition -> https://www.europarl.europa.eu/petitions…ption-in-the-EU

Jeder EU-Bürger kann diese Petition hier unterstützen -> https://www.europarl.europa.eu/petitions…Keep+Encryption
Wer sich darauf verlässt, daß das "die anderen" schon machen werden, könnte eines Tages böse erwachen.

Noch ein Link für alle, die jetzt denken "Ich habe eh nichts zu verbergen..."

(Crossposting)
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04.03.2021, 12:57

Hallo

Der Staubsaugervertreter verkauft Staubsauger, der Versicherungsvertreter verkauft Versicherung, und die Volksvertreter verkaufen das Volk.
Zu Windows Zeiten habe ich mir ein Antiviren Software mit Firewall Gekauft bei den Einstellungen Vertrauenswürdig standen alle Datenkragen.
Ich habe sie Entfernt. Heute gibt es diese Möglichkeit nicht mehr.
Und wer Glaub das unsere Politiker das Volk Schützen,der muß wohl ein Esoteriker sein :D :D
Nun bei den Bücher steht Hinten auf dem Umschlag ja darauf das der Autor dieses Buches keine Ahnung hat.
Dies Begründet er das die Wahrheit entweder mit der Zeit Verloren gegangen ist Oder Tief in einem Italienischen Alten
Gebäude in ein Streng gesicherten Verlies verborgen ist.
Trotzdem werden diese Bücher gekauft.

Es gab da mal ein Buch Dummheit ist Lernbar, die Beispiele die dort Enthalten sind werden echt über all angewandt.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Ildis« (04.03.2021, 20:05)


3

09.03.2021, 02:05

Nachdem der Beitrag hier (zu meiner Überraschung!) doch immerhin 250 Zugriffe hatte, hier noch ein Update:

Während auf statewatch damals noch "geleakte" Infos veröffentlicht wurden, gibt es inzwischen ganz offizielle von der EU veröffentlichte Dokumente.
Hier die letzte Fassung des Beschlusses der 27 Regierungsvertreter, mit allen Änderungen die zum ursprünglichen Vorschlag nachgereicht wurden: https://data.consilium.europa.eu/doc/doc…20-REV-1/de/pdf
Das Dokument wurde in dieser Form von allen 27 anerkannt. Die entsprechende Mitteilung ist ebenfalls online abrufbar.

Nächster Schritt ist die Vorlage im EU-Parlament, um aus dieser Wunschliste Gesetze zu basteln.
Nachdem nicht davon auszugehen ist, daß alle Abgeordneten verstehen, daß eine sichere Verschlüsselung (die im obigen Dokument mehrfach als wichtig bezeichnet wird!), durch Umgehungsmaßnahmen automatisch zur unsicheren Verschlüsselung (und damit wertlos) wird, ist es jetzt wichtig ihnen das möglichst verständlich zu erklären. Nur so können sie objektiv über den Gesetzesentwurf beraten und dafür oder dagegen stimmen. Zu diesem Zweck steht es jedem frei, seine zuständigen, gewählten Vertreter in Brüssel anzuschreiben.

Es gibt auch einige Initiativen, die sich die Verbreitung der Information und Kontaktaufnahme zu Abgeordneten zum Ziel gesetzt haben. Ein Startpunkt wäre z.B. https://www.patrick-breyer.de/?page_id=594145

Eine weitere Möglichkeit besteht seit 18.2.2021: Seit diesem Tag liegt beim EU-Parlament eine Petition auf, die es schlicht und ergreifend auffordert, den Vorschlag der Staatsoberhäupter abzulehnen. Die Petition ist hier zu finden: https://www.europarl.europa.eu/petitions…Keep+Encryption
Die hat zwar erst wenige Unterstützungen, was aber hauptsächlich daran liegt daß sich die meisten vor der notwendigen Registrierung scheuen. Dazu sei gesagt, daß es sich um die offizielle Seite des EU-Parlaments handelt (also keine Bürgerinitiave oder ähnliches). Das bedeutet aber, daß die natürlich nur an legitimen Unterstützungserklärungen interessiert sind und Mehrfachstimmen ausgeschlossen sein müssen.

Abstimmen kann jeder EU-Bürger weltweit und jeder Einwohner in einem EU-Staat. Daher ist sowohl Wohnsitz als auch Nationalität anzugeben. Eine E-Mail Adresse wird nur für die Bestätigung der Registrierung benötigt, kann also auch eine Wegwerf-Adresse sein. Zumindest einmal abrufen muss man sie aber können! Die meisten anderen Felder sind optional, können also freigelassen werden. Achtet einfach auf die mit einem roten Stern markierten Felder.
Man kann übrigens den Account nach der Unterstützungserklärung auch wieder löschen, wenn man möchte.

Hier noch ein bisschen Lesestoff, leider nur in Englisch aber mit viel Hintergrund-Infos wie das mit den Verschlüsselungen heute so ist (und warum der Vorschlag nicht nur widersinnig, sondern sogar kontraproduktiv ist): https://www.boxcryptor.com/en/blog/post/e2ee-weakening-eu/
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4

11.03.2021, 09:35

Grauenhaft, einfach nur grauenhaft .-(
Unsere ach so schöne EU beugt sich dem Datenkrakendiktat des Amilandes.
Einfach nur beschämend!
Wer verdient da wieder dran?
Ich muss kotzen!
Versuch macht kluch............

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11.03.2021, 21:10

Kotzen alleine hilft halt nix.
Wir werden uns auf die Hinterbeine stellen und den Abgeordneten die Dinge plausibel erklären müssen.
Auch im Namen derer, die ahnungs- und tatenlos daneben stehen, weil sie eh nix zu verbergen haben und sich nicht verdächtig machen wollen.
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12.03.2021, 17:17

Ach, wie vielen habe ich schon nahegelegt dass die Rechte des Bildes von ihrem nackten Hintern bei Whatsapp sind wenn sie dieses darüber teilen und in Übergröße an jeder Hochhauswand plakatiert werden kann....
Aber meist die übliche Standardantwort:
"Hab doch nix zu verbergen/eh nix wichtiges....."
Das Nutzen solcher Dienste ist da mit der Mutterbrust eingeflößt worden. so wie Microsoft als Alleinunterhalter auch.
Ich kotz schon wieder......
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13.03.2021, 11:23

Im Bezug auf den Hintern haben sie sogar recht. Der interessiert wirklich keinen.
Viel interessanter ist die Liste der Kontakte, auf die man mittels der Nutzungsbedingungen Zugriff gewährt. (Wobei sich WA übrigens dahingehend absichert, daß man als Nutzer das Einverständnis dieser Kontakte zur Weitergabe ihrer Nummern eingeholt hat. Wer mag das jemals getan haben?)
Aus der Gesamtmenge dieser Daten in Verknüpfung mit anderweitig gesammelten Profildaten lassen sich wunderbar soziale Verbindungen konstruieren, und daraus dann Bewegungsmuster, politische, religiöse und sonstige Anschauungen, soziale Stellung, Einkommensverhältnisse, etc... Lauter interessante Erkenntnisse, die sich hervorragend verkaufen lassen.
Ist ja wohl klar, daß die ihre Dienste nicht aus karitativen Überlegungen "gratis" anbieten, oder? Die Nutzer sind nicht ihre Kunden sondern ihr Produkt. Die Werbewirtschaft ist dafür ein zwar großer, aber bei weitem nicht der potenteste Abnehmer. Viel mehr Geld kommt von Banken, Versicherungen, etc. Eine Bonitätsprüfung oder Risikoabwägung findet schon lange nicht mehr nur über den Lohnzettel oder die Altersgruppe statt. Die Analyse der angekauften Daten ist bei weitem genauer und daher lukrativer.
Tja, und in Zukunft kommen vielleicht als Interessenten auch staatliche Institutionen dazu. Die können auf Verbindungsdaten - und somit soziale Kontakte - schon lange zugreifen. Die interessieren sich jetzt aber auch vermehrt für die Inhalte.
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13.03.2021, 22:11

Hallo

Und so beginnt das Schubladen Denken was zu Diskriminierung Unschuldiger führt.
Und den Spaß am Fertigmachen dieser Rechtfertigt und so mit sein Gewissen Beruhigt.
Ja wir haben das Richtig getan !

Ja da sieht man das man aus der Geschichte Einfach nichts Gelernt hat trotz der vielen Toten.