Sie sind nicht angemeldet.

  • »ratnalein« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 138

Registrierungsdatum: 19.05.2012

Architektur: 64-Bit PC

Desktop: GNOME 3.0

  • Nachricht senden

1

02.10.2012, 22:52

Dateisystem vs. Partition

Hallo zusammen,

ich identifiziere ein Dateisystem immer mit einer Partition. In einem normalen PC mag das noch in Ordnung sein. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass Partition und Dateisystem nicht gleich zu setzen sind. Deshalb hab ich gegoogelt und die Information bekommen, dass ein Dateisystem nicht immer eine Partition braucht, was es aber braucht, ist definitiv ein Block-Device. Wie ist das eigentlich gemeint?

Ist dieses Verständnis zum Thema in Ordnung: ein Dateisystem braucht nicht unbedingt eine Partition, zum Beispiel ein USB-Stick hat ja keine Partition, hat aber ein Dateisystem. Und zwar weil USB-Stick ein Block-Device ist?

Schöne Grüße aus Rheinland,

Eure Ratna

  • »hellmi666« ist männlich

Beiträge: 623

Registrierungsdatum: 08.08.2007

Wohnort: Zwickau

Architektur: 64-Bit PC

Desktop: Unity

Andere Distribution: Arch-Linux (Mate-Desktop)

  • Nachricht senden

2

03.10.2012, 08:19

Meine USB-Sticks haben alle eine Patition.
Hier ein Auszug von "df", sdd1 ist die erste Partition auf der vierten Festplatte/ dem vierten Speichermedium (in diesem Fall - der "Stick-4").

Quellcode

1
2
3
hellmi666@Ubuntu:~$ df
Dateisystem           1K‐Blöcke   Benutzt Verfügbar Ben% Eingehängt auf
/dev/sdd1              3920188     38644   3881544   1% /media/Stick-4

Guckst du bei eingestecktem Stick bei dir selbst.
Grüße Hellmi
_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
Mein Pc: AMD Athlon 64 4000+, 1024 MB DDR-Ram, nVidia GeForce 7300LE, Festplatten: 2x 250 GB intern, 1x1TB extern (50 GB für Windows, Rest für Linux)

Wenn ich mal groß bin, werde ich bestimmt nicht wieder Schlosser.

3

03.10.2012, 15:12

ich identifiziere ein Dateisystem immer mit einer Partition. In einem normalen PC mag das noch in Ordnung sein.
Da geht es nicht nur dir so und es ist schon bei einem "normalen" PC ganz und gar nicht in Ordnung. Die meisten verwechseln Partitionieren und Formatieren und deshalb wird auch oft zB von gparted gesprochen, wenn man eigentlich ein Dateisystem braucht. Nur weil einige, vor allem grafische Partitionierprogramme als Bonus auch gleich formatieren können, haben diese beiden Dinge noch lange nichts miteinander zu tun.
Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass Partition und Dateisystem nicht gleich zu setzen sind. Deshalb hab ich gegoogelt
Dein Gefühl täuscht dich nicht und statt bei Google hättest du auch in deinen eigenen Themen stöbern können. Das haben wir nämlich auch erst kürzlich abgehandelt.
zum Beispiel ein USB-Stick hat ja keine Partition, hat aber ein Dateisystem
Schlechtes Beispiel, denn Sticks können ganz normal partitioniert werden. Betonung liegt auf können, denn wie fast alle Datenträger können sie auch als gesamtes Gerät formatiert werden oder sogar gänzlich ohne Dateisystem auskommen. Wie ich in dem verlinkten thread schon genannt habe, wäre eine ISO-CD ein Beispiel für einen Datenträger ohne Partitionen, aber mit einem Dateisystem.

Zur Erklärung von Block-Devices siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Ger%C3%A4tedatei
In God They Trust. All Others They Monitor.

  • »ratnalein« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 138

Registrierungsdatum: 19.05.2012

Architektur: 64-Bit PC

Desktop: GNOME 3.0

  • Nachricht senden

4

09.10.2012, 15:04

Hallo zusammen,

herzlichen Dank für Eure Eklärungen. Ich glaube, mit Betonung auf "glauben", die Verwirrung bzgl. Dateisystem und Partition beseitigt zu haben. Meine zusammengefasste Erkenntnis wie folgt. Bitte korrigieren wenn was nicht stimmt:

Eigentlich braucht ein Dateisystem lediglich ein Block-Device. Und eine Partition auf einer Festplatte IST ein Block-Device. Deswegen kann hierdrauf ein Dateisystem gelegt werden. Es gibt weitere Block-Devices, zum Beispiel: IDE-CD-ROM-Laufwerk (Danke Fredl für deinen Link, der Link war der Knackpunkt, der mich zu diesem Verständnis brachte), und IDE-CD-ROM-Laufwerk ist keine Partition, darauf existiert aber ein Dateisystem.

Ich bin mal sehr selbstbewusst mit obiger "Zusammenfassung" :P . Hoffentlich ist sie zumindest in der richtigen Verständnisrichtung. Bin über jedes Kommentar dankbar.

Schöne Grüße aus Rheinland,

Eure Ratna :)

5

10.10.2012, 00:49

Eigentlich braucht ein Dateisystem lediglich ein Block-Device.
Jein.
Wie ich früher schon sagte, kann man auch in eine simple Datei ein Dateisystem packen. Die liegt dann aber selber wieder auf einem block-device und da unter Linux ja alles eine Datei ist... Genug der Haarspalterei :)

Ein populäres Beispiel wäre zB die initrd, mit der du bei jedem Bootvorgang mit hoher Wahrscheinlichkeit zu tun hast (nicht direkt du, sondern eher der Kernel). Da drin befindet sich ein komplettes Dateisystem, das dem Kernel eine Bootumgebung zur Verfügung stellt, damit erstmal die notwendigsten Gerätetreiber vorhanden sind und der eigentliche Bootvorgang überhaupt stattfinden kann. Die initrd ist heutzutage meistens ein gziptes cpio Archiv, das man erst entpacken und extrahieren muss, um die enthaltenen Verzeichnisse zu sehen. Früher war es ein "Compressed ROM File System" (cramfs) und das konnte man tatsächlich ganz einfach loop-mounten. Es ist auch genau jenes Dateisystem, in dem man sich wiederfindet, wenn zB die Systemplatte nicht gefunden wird und nur noch (initrd)> am Bildschirm steht. Nur läuft es da schon aus einer RAM-Disk, also wieder von einem Block-Device. Geladen wurde es aber zuvor aus einer Datei.

Aber an sich hast du die Zusammenhänge richtig dargestellt.
Wichtig ist eben, sich zu merken daß Formatieren (=ein Dateisystem anlegen) rein gar nichts mit Partitionieren (=einen Datenträger in Einheiten aufteilen) zu tun hat. Leider verstehen das die wenigsten. Nach dem Partitionieren hat man noch lange kein Dateisystem und ein Dateisystem kann man auch ohne Partitionen anlegen. Eine ganze Festplatte ist übrigens auch ein Block-Device und deshalb kann man da genauso ein Dateisystem anlegen, ganz ohne Partitionen. (Glaubt mir jetzt keine Sau, hab ich aber auf einer Backup-Platte gemacht. Wozu Platz für Verwaltungsdaten wie Partitionstabellen verschwenden, wenn die sowieso als ganze Einheit verwendet wird. Nebeneffekt: Unter Windows kann schon aus zwei Gründen keiner damit etwas anfangen. Dritter Grund ist die Verschlüsselung des kompletten Datenträgers, als ob das unbekannte Dateisystem als erster Grund nicht reichen würde...:))
In God They Trust. All Others They Monitor.

  • »ratnalein« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 138

Registrierungsdatum: 19.05.2012

Architektur: 64-Bit PC

Desktop: GNOME 3.0

  • Nachricht senden

6

10.10.2012, 15:30

Eine ganze Festplatte ist übrigens auch ein Block-Device und deshalb kann man da genauso ein Dateisystem anlegen, ganz ohne Partitionen. (Glaubt mir jetzt keine Sau, hab ich aber auf einer Backup-Platte gemacht.
Wo sollen die Swap-Dateien aber unterkommen? :)

7

10.10.2012, 16:04

Wo sollen die Swap-Dateien aber unterkommen?
Swap-Dateien hätten damit kein Problem. Meine Swap-Partiton ist da wo sie sein soll: auf der Systemplatte.
Ich sprach von einer Backup-Platte...
In God They Trust. All Others They Monitor.